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Erklär uns die Kreislaufwirtschaft bei Sedus 

In diesem Interview gibt uns Niklas Flum spannende Einblicke in das Thema Kreislaufwirtschaft bei Sedus. Er erläutert, wie tief die Prinzipien der Nachhaltigkeit in der Firmenkultur seit über 150 Jahren verankert sind und wie sich die Kreislaufwirtschaft weiterentwickelt hat.

 

Bitte stell kurz deine Position im Unternehmen vor: 

Mein Name ist Niklas Flum und ich bin Teil unserer Nachhaltigkeitsabteilung. Hier liegt mein Schwerpunkt auf der Kommunikation von Nachhaltigkeit, vertriebsunterstützenden Tätigkeiten, sowie der Erstellung unserer EPIs. 

Unser Unternehmen gibt es seit über 150 Jahren. Wie hat sich die Firmenphilosophie in Bezug auf Nachhaltigkeit und Kreislaufwirtschaft im Laufe der Zeit entwickelt? 

Ich würde sagen, dass sich die Firmenphilosophie in Bezug auf Nachhaltigkeit nicht groß verändert hat, da Nachhaltigkeit Teil der Sedus DNA ist und somit schon seit der Gründung berücksichtigt wird. Wir orientieren uns heute immer noch an den Werten von damals. Das Thema Kreislaufwirtschaft hat in den letzten Jahren stark an Bedeutung gewonnen, weshalb wir hier bemüht sind, uns kontinuierlich zu verbessern.  

  

Wie definierst du (nachhaltige) Kreislaufwirtschaft bei uns im Unternehmen? 

Wir versuchen unsere Produkte so zu entwickeln, dass sie am Ende des Lebenszyklus in ihre einzelnen Bestandteile zerlegt werden können und die Materialien somit einen weiteren Nutzen haben können. Unser Grundgedanke für das Thema Kreislaufwirtschaft ist der Sedus Green Codex. Hier achten wir auf einen ganzheitlichen Ansatz, um den gesamten Produktlebenszyklus zu berücksichtigen und umweltbewusste Entscheidungen zu treffen, so dass am Ende nachhaltige Produkte entstehen.  

  

Welche Materialien werden verwendet, um die Nachhaltigkeit der Produkte zu gewährleisten, und wie werden diese ausgewählt? 

Wir setzen zunehmend auf Rezyklat in unseren Produkten. Durch das Rezyklat in den Produkten wird der Anteil an Primärmaterialien verringert, wodurch wir zudem auch den Fußabdruck unseres Produktes erheblich senken können. Bei Produkten wie dem se:lounge oder dem se:lounge light setzen wir PET-Filz als Material ein, welches aus alten PET-Flaschen hergestellt wird. 

  

Gibt es spezielle Technologien oder Verfahren, die im Unternehmen implementiert wurden, um die Umweltbelastung zu reduzieren? 

 Wir haben einige Maßnahmen in der Produktion umgesetzt. Durch eine Reduzierung der Temperatur in unserer Pulverbeschichtung von 180° auf 160° nutzen wir seither 30 % weniger Gas und Strom. Seit 2012 produzieren wir mit 100 % Ökostrom, wodurch wir jährlich ca. 2.000 Tonnen CO2-Emissionen einsparen. Eine weitere größere Maßnahme war die Umstellung auf LED-Beleuchtung in unseren Montagehallen, wodurch wir seitdem hier unseren Stromverbrauch um 50 % verringern konnten. Am Standort Dogern haben wir mittlerweile auch ein neues Energiekonzept, welches Wärmepumpen und Photovoltaik umfasst und wodurch wir zukünftig 60 % unseres Gasverbrauchs einsparen werden. 

  

Wie stellen wir sicher, dass unsere Lieferketten nachhaltig und umweltfreundlich sind? 

Jeder unserer Lieferanten erhält die Verpflichtung zur Nachhaltigkeit, in welcher wir den Lieferanten sowohl ökologische als auch soziale Forderungen geben, an welche sich diese halten müssen. Seit der Einführung der SA8000 haben wir zudem auch ein Lieferantenrisikomanagement eingeführt, in welchem wir seither jeden unserer Lieferanten genauer überwachen und bei Bedarf Maßnahmen einleiten. 

  

Wie informieren und unterstützen wir unsere Kunden in Bezug auf die nachhaltige Nutzung und Entsorgung ihrer Produkte? 

Wenn es um die Auswahl von nachhaltigen Produkten geht, kann der Kunde unsere EPIs nutzen. Diese sind Environmental Product Datasheets und geben dem Kunden einige interessante ökologische Informationen wie beispielsweise die genaue Materialaufteilung, die Höhe des Rezyklat-Wertes sowie eine Ökobilanz. Bei der Nutzung sind wir dank unseres Kundenservices in der Lage, den Lebenszyklus der Produkte nachhaltig zu verlängern, indem die Stühle bei Bedarf repariert werden können und Verschleißteile ausgetauscht werden. Für die Entsorgung unserer Produkte haben wir eine Kooperation mit dem Recyclingexperten PreZero. Sollte ein Kunde eine hohe Anzahl an Dreh- oder Besucherstühlen haben, kann er dieses Angebot nutzen. Hier sorgen wir dafür, dass die einzelnen Materialien sortenrein getrennt werden und dadurch einen erneuten Einsatz in irgendeiner Form erhalten. Das Besondere hierbei ist, dass hier auch Kunststoff so getrennt wird, dass auch dieser erneut verwendet werden kann. 

  

Bieten wir Programme für die Rücknahme und Wiederverwendung alter Möbel an? Wenn ja, wie funktionieren diese? 

Wir werden zukünftig zwei Programme haben, welche wir dem Kunden anbieten können, um dessen Möbel zurückzunehmen und erneut einzusetzen. Bei kleinen Mengen können die Produkte über unser Sedus Outlet zurückgenommen werden und erhalten dort ein 2nd Life. Hat der Kunde eine größere Menge, arbeiten wir mit einem Partner zusammen, welcher diese zurücknimmt und dafür sorgt, dass die Produkte erneut eingesetzt werden. Hier befinden wir uns in den letzten Zügen und werden bald genauere Informationen geben können. 

 

Niklas Flum verdeutlicht, dass Nachhaltigkeit nicht nur ein Modewort, sondern ein fester Bestandteil der Unternehmensphilosophie von Sedus ist. Durch den Einsatz von Rezyklaten, die Nutzung von Ökostrom und die Implementierung moderner Technologien wie LED-Beleuchtung und Wärmepumpen wird die Umweltbelastung signifikant reduziert.  

Sedus legt großen Wert auf eine nachhaltige Lieferkette und unterstützt seine Kunden aktiv bei der nachhaltigen Nutzung und Entsorgung ihrer Produkte. Programme zur Rücknahme und Wiederverwendung alter Möbel unterstreichen das Engagement für eine nachhaltige Kreislaufwirtschaft. Das Interview macht noch einmal deutlich, dass die Sedus Stoll AG entschlossen ist, sowohl ökologisch, ökonomisch als auch sozial verantwortungsvoll zu handeln und dabei stets die Werte und Traditionen der Vergangenheit zu bewahren. 

 

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