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Umweltschutz bei Sedus – Interview Teil 2

Im ersten Teil des Interviews mit Simon Roquette haben wir über die Haltung, Pläne und Wünsche von Sedus zu den Themen Nachhaltigkeit gesprochen. Jetzt werfen wir noch einen genaueren Blick auf die Produkte sowie Produktion und was Umweltschutz bei Sedus außerdem bedeutet.

Frage: Lohnt sich die Nachhaltigkeit denn wirtschaftlich? Langlebige und gute Produkte herzustellen heißt ja im Prinzip, dass der Kunde so schnell nicht Neues braucht …

„Ökologie und Ökonomie sind keine Gegensätze, sondern unverzichtbare Teile eines Ganzen.“ Dieses Zitat stammt von Christof Stoll und ist heute genauso gültig. Eine wesentliche Säule der Nachhaltigkeit stellt die Wirtschaftlichkeit dar. Es wäre somit nicht zielführend erhebliche Summen in die Nachhaltigkeit zu investieren, wenn dies zur Folge hätte, dass wir Stellen abbauen müssen. Wenn wir aber gezielt in die Energieeffizienz investieren und wir somit die Energiekosten folglich halbieren können, hilft dies dem Unternehmen auch in herausfordernden Zeiten gesund dazustehen. Für den Standort in Dogern sprechen wir hier von rund 700.000 € jährlich.

Die Langlebigkeit und Verfügbarkeit von Ersatzteilen ist sicher eine Besonderheit unserer Möbel. Gleichzeitig sind Langlebigkeit und ein zeitloses Design zentrale Punkte bei der ökologischen Bewertung eines Produktes. Wir sind außerdem der Meinung, dass wenn wir unseren Kunden ein glaubwürdiges Bild im Umgang mit dem Thema Nachhaltigkeit vermitteln können, wir diese auch nachhaltig an uns und unsere Produkte binden.

Frage: Die Produktion bei Sedus zeichnet sich durch eine hohe Fertigungstiefe aus. Welche Vorteile ergeben sich daraus?

Umweltschutz bei Sedus Stoff Fertigung

Wichtig ist, wie bereits anhand der Galvanik ausgeführt, die wesentlichen Prozesse in der eigenen Hand zu haben. Je höher die Fertigungstiefe, desto höher ist auch die mögliche Einflussnahme unserer Abteilung auf das finale Produkt. Zu diesen Themen arbeiten wir besonders eng mit der Entwicklung und unserem Einkauf zusammen. Außerdem darf man das Thema Nachhaltigkeit nicht auf die Ökologie beschränken. Arbeitsbedingungen spielen hier auch eine wichtige Rolle.

Frage: Mit den Ökobilanzen zu jedem Tisch, Stuhl und Schrank werden die Umweltauswirkungen eines jedes Produkt transparent. Welche Erkenntnisse ziehen Sie selber daraus?

Es wurde sehr deutlich, dass unsere Produktion vor Ort nur einen geringen Einfluss auf die Ökobilanz unserer Produkte hat. Der wesentliche Anteil setzt sich aus der Materialauswahl und Zusammensetzung sowie aus der Beschaffung der Materialien zusammen. Zusätzlich müssen wir unsere verschiedenen Produktgruppen isoliert betrachten. Während wir bei unseren Stühlen die Substitution von Kunststoff und Glasfaser anstreben sollten, setzen wir diese Materialien bei unseren Tischen kaum oder gar nicht ein. Hier müssen andere Lösungen gefunden werden.

Frage: Warum können die Produkte denn „nur“ zu 99 Prozent recycelt werden? Komplett geht nicht?

Es ist ein schwieriger Spagat Nachhaltigkeitsthemen einerseits verständlich, anderseits auch ehrlich und transparent zu kommunizieren. Unser Ansatz ist es, so transparent und ehrlich wie möglich aufzutreten. Das fängt damit an, das oftmals lediglich von Recycling gesprochen wird. Es ist jedoch ein wesentlicher Unterschied, ob ich ein Plastik einschmelze und daraus ein weiteres Produkt herstelle, oder ob ich es einfach nur verbrenne, um daraus Energie zu gewinnen. In Deutschland verursacht jeder Bürger Durchschnittlich 38 kg Plastikmüll im Jahr. Um das zu verbessern, müssen wir Wege hin zur Kreislaufwirtschaft finden.

Um die eigentliche Frage zu beantworten: Wenn Materialien stofflich verwertet werden, treten hier stets Verluste auf. Deshalb kommunizieren wir hier die Zahl 99%.

Frage: Das heißt die Kreislaufwirtschaft spielt bei Sedus eine sehr wichtige Rolle. Wie steht es denn um den Einsatz von Rezyklaten?

Es ist ein wesentlicher Bestandteil unserer Nachhaltigkeitsstrategie, den Einsatz von Rezyklaten erheblich auszubauen. Bereits heute werden diese teilweise eingesetzt, nun wollen wir dies flächendeckend tun. Während der Rezyklatanteil bei unseren Drehstühlen aktuell bei rund 25 % liegt, streben wir es an diesen Wert bis 2025 bei unseren Neuentwicklungen auf bis zu 80 % zu erhöhen. Aktuell ist ein Produkt in Arbeit, welches diesem Anspruch schon gerecht wird. Wir freuen uns darauf dieses bald vorstellen zu dürfen.

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