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Die richtige Zusammenarbeit für digitale und physische Arbeitsplätze

Voreilige Interpretationen des „Arbeitsplatzexperiments“ (wie wir es gerade erleben) sind mit Vorsicht zu genießen. Und sei es nur, weil es derzeit unter eigenartigen Bedingungen stattfindet. Erst im Nachhinein kann wirklich verstanden werden, welche Einflüsse die Veränderung der Arbeitswelt auf die Arbeitskultur hat. Und erst im später können Schlüssen gezogen werden, wie diese Veränderungen die Menschen, ihre Interaktionen und auch die richtige Zusammenarbeit beeinflusst haben.

Sind wir immer noch die dieselben?

Es ist schwierig zu behaupten, dass der Mensch heute weitgehend dasselbe Wesen ist, wie er sich vor vielen Jahrtausenden als Homo Sapiens entwickelt hat. Deshalb ist die Anthropologie ein immer wichtigeres Studiengebiet im Bereich der Arbeitswelt geworden. Sie erklärt auch die vielen Paradoxien, die sich ergeben, wenn wir mit neuen Werkzeugen und Wegen konfrontiert werden. Als Beispiel ließen sich die neuen Formen der Kommunikationstechnologie aufzählen. Und warum sie nicht immer unsere Kommunikation verbessern oder sich zumindest nicht in der erwarteten Weise entwickeln.

Daher die Entdeckung des Phänomens, das als Zoom-Müdigkeit bekannt ist. Die Daten von Google Trends zeigen, dass bis zum Frühjahr 2020 noch niemand darüber gesprochen hat. Am Ende des Jahres wussten wir alle genau, worum es sich handelt. Eine Studie, die im Frühjahr 2021 in der Fachzeitschrift Technology, Mind, and Behaviour der American Psychological Association veröffentlicht wurde, ergab, dass sich die Teilnehmer von Meetings, die über Videoanrufe abgehalten werden, erschöpfter und emotional ausgelaugter fühlen als diejenigen, die von Angesicht zu Angesicht stattfinden.

Kommunikation und Interaktion

Die Studie ergab, dass es vier wichtige Faktoren gibt, die Videoanrufe so anstrengend machen: das ständige Bedürfnis nach Blickkontakt, die Möglichkeit, während der Sitzungen ständig das eigene Gesicht zu sehen, die Notwendigkeit, lange still zu sitzen, und Schwierigkeiten beim Dolmetschen oder bei der Kommunikation über Körpersprache. Laut einer Studie von Forschern der Harvard Business School, an der drei Millionen Menschen teilnahmen, führte die Abriegelung außerdem nicht dazu, dass sich die Menschen auf ihre individuelle Arbeit konzentrieren konnten, sondern dazu, dass sie mehr Sitzungen abhielten und länger arbeiteten.

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Dies könnte daran liegen, dass wir nach wie vor glauben, dass gute Kommunikation mit der Anzahl der Interaktionen zwischen den Menschen zusammenhängt und nicht mit der Qualität dieser Interaktionen.

Der Goldlöckchen-Punkt

Eine weitere Forschungsarbeit der Harvard Business School untersucht, wie Menschen zusammenarbeiten, um Probleme auf verschiedenen Ebenen der Interaktion zu lösen. Sowohl persönlich als auch mit Hilfe digitaler Work-Tools. Dabei stellte sich heraus, dass zu viel Interaktion genauso schlecht für die Ergebnisse sein kann wie zu wenig. Stattdessen gibt es ein optimales Maß an Interaktion, bei dem die Dinge genau richtig sind. Die Studie nennt dies den Goldlöckchen-Punkt.

Der leitende Forscher Ethan Bernstein argumentiert, dass Kommunikationsmittel kontraproduktiv sein können, wenn sie übermäßig eingesetzt werden. Er vergleicht dies mit Interaktionen in der physischen Welt, in der der Kontakt zur Arbeit und zu Kollegen intuitiv abgebrochen wird. „Früher war die Arbeit an realen Arbeitsplätzen mit Unterbrechungen verbunden“, sagt Bernstein. Man ging von seinem Büro zu einer Besprechung, dann wieder in sein Büro oder nach Hause. Aber die Technologie hat das alles verändert. Diese „Always-on“-Technologien bedeuten, dass wir ständig in Interaktion mit anderen stehen.

Lösungen für die richtige Zusammenarbeit

Alle diese Studien stellen die Annahmen in Frage, die wir über die Art und Weise unserer Zusammenarbeit und Kommunikation machen – sowohl persönlich als auch digital. Und die Lehren, die sie bieten, gelten für beide Seiten. Auch wenn das Büro primär eine größere Rolle in puncto Zusammenarbeit zu spielen scheint, ist es auch hier nicht hilfreich, die Menschen zu vielen Interaktionen auszusetzen. Das Kooperationspotenzial wird dadurch nicht unbedingt verbessert. Nichtsdestotrotz werden viele Menschen das Büro aufgrund ihrer Lebensumstände, ihrer persönlichen Vorlieben oder der Art ihrer Arbeit weiterhin als Ort für konzentriertes Arbeiten nutzen.

Wie so oft liegt die Lösung darin, das richtige Gleichgewicht zu finden. Dies gilt für den physischen Raum ebenso wie für den digitalen Raum. Es wird weiterhin von entscheidender Bedeutung sein, den Menschen Wahlmöglichkeiten zu bieten. Wer im Team effektiv kommunizieren und zusammenarbeiten will, muss sich auch Zeit und Raum für sich selbst nehmen. Ein gut gestaltetes Büro ermöglicht es den Menschen, genau das zu tun, als Teil einer Arbeitskultur, die das Potenzial der digitalen Werkzeuge und Räume nutzt. Es ist kein Nullsummenspiel zwischen Zuhause und Büro, sondern eines, bei dem wir die Mitarbeiter befähigen, jederzeit die richtigen Entscheidungen für sich und das Unternehmen zu treffen.

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